Der echte Bildungsdialog am vergangenen Mittwoch, 25.11. im Kabelwerk Wien hat gezeigt, dass der offene Dialog rund um die Bildungspolitik weitergehen muss. Der Schrei nach einer gesellschaftlichen Ausweitung und Intensivierung der Diskussion war laut - der Bildungsgipfel am Campus der Universität Wien am 06.12. ist die richtige Antwort. Die Bevölkerung lässt sich von der Politik nicht weiter an der Nase herumführen. Egal ob im Kindergarten, in der Schule oder Universität, der Unmut weitet sich aus - die Großdemo am 05.12. ist die logische Schlussfolgerung. Das Wochenende um den 05. und 06. Dezember steht deshalb ganz im Zeichen der Bildungsbewegung.
Bildung ist keine Ware, Bildung ist ein Menschenrecht!
Hahns Hochschulmonolog hat sich wie erwartet als eine Farce herausgestellt. Die drei eingeladenen Besetzerinnen und Besetzer berichteten von vorgefertigten Monologen und der allgemein herrschenden Auffassung, Studierende als Ware zu bezeichnen. Während das zentrale Thema dieses "Referatstreffens" die wirtschaftliche Verwertbarkeit der Bildung war, wurden die Studierenden weiter ignoriert. "Anstatt die reale Situation in den Bildungsstätten auf Zahlen und Prozente zu reduzieren, sollte vielmehr der Wert der Bildung für die gesamte Gesellschaft erkannt und die Probleme beim Namen genannt werden", so die Besetzerinnen und Besetzer. Entscheidende Themen der Bildungsbewegung, wie Demokratisierung und die Kritik an der Ökonomisierung, fanden nicht einmal irgendwie Platz in Hahns schwindeligen Arbeitsgruppen.
Wessen Straße? Unsere Straße!
Die formellen Entscheidungsträger haben offensichtlich den Ernst der Lage immer noch nicht erkannt. Um auf die Ignoranz und Unfähigkeit der Politik hinzuweisen, rufen Studierende, Lehrende und Schülerinnen und Schüler bundesweit die Bevölkerung dazu auf, ihre Unzufriedenheit auf die Straße zu tragen. Den Startpunkt des Bildungswochenendes bildet die bundesweite Großdemonstration "Education is not for sale!" in Wien am Samstag, 5.12. Aus ganz Österreich werden mit Bussen und Zügen Menschen zum Treffpunkt Wien Westbahnhof mobilisiert. Der Demonstrationszug findet seinen Abschluss in einer Kundgebung im Sigmund-Freud-Park.
Bereits zuvor finden einige Aktionen in Wien statt: Klimaschützerinnen und Klimaschützer treffen sich um 11:00 um ein menschliches Banner am Stephansplatz zu bilden, Trommlerinnen und Trommler finden sich um 13:00 am Schwarzenbergplatz zu einer offenen Jam-Session ein,...
1. bundesweiter Gipfel der Bildungsbewegung
Der Bildungsgipfel am Sonntag soll Diskussionsgrundlagen schaffen und die Möglichkeit bieten, konkret an Anliegen und Forderungen der Bewegung zu arbeiten. Am Campus der Universität Wien werden insbesondere die Themen Ökonomisierung und Demokratisierung in Form von Vorträgen und Workshops behandelt. Nach einem Einführungsblock beginnend mit 09:00, wird es den ersten Schwerpunktblock mit einem Vortrag über Ökonomisierung von Mag. Ingolf Erler (Österreichisches Institut für Erwachsenenbildung, Wien) und verschiedene Workshops geben. Nach der Mittagspause folgt der zweite Schwerpunktblock über Demokratisierung. Vorausblickende Zielsetzungen werden im Abschlussblock thematisiert und der Bildungsgipfel mit einer Pressekonferenz um 18:00 abgeschlossen.
In zahlreichen Workshops von Aktivistinnen und Aktivisten der Bildungsbewegung werden die Schwerpunkte vertieft und weitere Plattformen für spezielle Schul-, Kindergarten- oder auch Lehrlingsthemen geschaffen. Zentrale Themen werden unter anderem Bildungsutopien, Inhaltliches zu Bologna, soziale Selektion im Bildungsbereich,… sein.
Ein besonderes Ziel des Bildungswochenendes ist es, weitere Menschen in die Debatte miteinzubeziehen. Sämtliche Bildungseinrichtungen sollten immerwährend allen Menschen offen stehen! Insbesondere am kommenden Sonntag ist die Bevölkerung aufgefordert, die offenen Türen des Campus und die Einladung zu den Diskussionen wahrzunehmen.